Das FLOWer-Konzept



Die Harmonie mit dem geliebten Pferd ist das Ziel in der Arbeit der meisten Pferdebesitzer, ganz egal, in welcher Art und Weise sie es ausbilden möchten. Doch wie sich dem artfremden Wesen mitteilen? Da Pferde unsere Sprache nicht verstehen können, gilt es für den Menschen, mit Hilfe seines Körpers, durch gezielten Einsatz seiner Körpersprache „pferdisch“ sprechen zu lernen, um sich exakt mitteilen zu können.

 

Doch unser moderner Alltag bringt es leider oft genug mit sich, dass wir in unserer Bewegung mehr und mehr eingeschränkt werden, zB durch einseitige berufliche Tätigkeit, zu wenig oder falscher Bewegung. Die Leichtigkeit, die wir als Kind verspürt haben, die Freude an natürlicher Bewegung , die Wahrnehmung von Bewegung als etwas Selbstverständlichem und Positivem: das ist uns oft abhanden gekommen. Viele Menschen bekommen das Gefühl, Sport oder Gymnastik sei etwas, was man machen müsse, eine Verpflichtung mehr zum Stress des Alltags, die man gerne hintenan stellt, wenn die Couch zum Feierabend ruft. 

 

Doch der Mangel an Bewegung führt in vielen Fällen nicht nur zu körperlichen Beschwerden, wie Verspannungen, Versteifungen, Unbeweglichkeiten , Rücken-oder Gelenksproblemen, sondern macht schlichtweg unzufrieden und kann schlimmstenfalls sogar die Psyche angreifen- Glück sieht anders aus. Gezielte körperliche Bewegung unter der fachkundigen Anleitung von Bewegungsanalystin, Dipl. Sportwissenschaftlerin und Diplom-Tanzpädagogin Bettina Broer wird da im Rahmen unseres FLOWer-Konzepts Abhilfe schaffen, Körper und Geist werden mobiler, gesünder und lebensfroher- mens sana in corpore sano, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, wie schon die Römer wussten.

 

Auch unsere modernen Pferde leiden oft genug unter falsch erlernter oder verlernter Bewegung oder, trotz moderner Haltung in Offenstall und Co. unter Bewegungsmangel, weil ihnen die Freude an natürlicher Bewegung verloren gegangen ist. Auch hier lassen sich Zusammenhänge zwischen falscher oder mangelnder Bewegung und geistiger Ausgeglichenheit und Gesundheit feststellen.

 


"Natura non artis opus"- nicht der Kunst, sondern der Natur dient die Arbeit. Was ist gesund für das Pferd, was liegt in seiner Natur? Schon in der Renaissance machten sich die Alten Meister dazu Gedanken.


Im Sinn der Alten Meister „ Natura non artis opus“ wollen wir unseren Pferden die natürliche Bewegungsfreude zurückgeben, die sie einst als Fohlen hatten. Doch wie können wir das bewerkstelligen?

 

Das FLOWer- Konzept setzt hier an, indem wir dem Menschen helfen, durch einen bewussten Einsatz geschulter Körpersprache dem artfremden Wesen Pferd zu vermitteln, welche gesunden Bewegungsmuster in seinem Körper möglich wären und ihm helfen können, sich stark, schön und gesund zu fühlen. Es geht also um die Schulung der Wahrnehmung, des Fühlens und Umsetzens von Bewegung im menschlichen Körper,  so dass uns die Körpersprache als bewusstes, effektives Werkzeug zur Kommunikation mit dem Partner Pferd zur Verfügung steht.

 

 

Aber was ist gesund für das Pferd? Hier wollen wir uns mit Hilfen von Dozentin Stefanie Niggemeier die Lehren der Alten Reitmeister und Reitakademien bis zu deren Schließung Anfang des 20ten Jahrhunderts besehen und sehen, wie diese Prinzipien, die seit der Renaissance in Europa Bestand hatten, Benefit für unsere modernen Pferden bringen. 

 


Ein gesundes, bewegungsfreudiges Pferd voller Lebensfreude und Schwung: das Ziel der Ausbildung!


 Bernhard Hugo von Holleuffer ( Hannover,1882) :

 

„Das ganze und einzige Ziel der sogenannten alten Reitkunst war und besteht noch- die geborenen Rückengänger zu conservieren, mässige vermehrt auszubilden und reine Schenkelgänger zu Rückengängern umzuwandeln, denn sämmtliche Lektionen und die sogenannten Schulen bezwecken nichts anderes, als das Pferd schwunghaft zu machen.“

 


Warum nutzen die Alten Meister eine bestimmte Lektion? Welche Dinge versuchten sie, im Pferdekörper dadurch zu verändern oder zu beeinflussen? Wie konnten sie, lange vor den Zeiten moderner Physiotherapie und Osteopathie, ihre Pferde weit über das 30te Lebensjahr gesund erhalten, so dass das Reiten für Pferd und Mensch zum gemeinsamen Genuss wurde?

 

Wir wollen hier sehen, inwieweit die Alten Meister schon verblüffend modernes Wissen und Erkenntnisse über die Funktion von verschiedenen Strukturen im Körper wie Muskeln und Faszien hatten und wollen diese mit modernsten Erkenntnissen aus physiotherapeutischer , osteopathischer und sportwissenschaftlicher Sicht belegen. Besonders spannend wird hier die Reise in unseren eigenen Körper um zu erfahren, was wie zusammenhängt, wo Gesetze der konventionellen Biomechanik greifen, wo wir mit neuen Konzepten wie der Biotensegrity ( nach Steven Levin) ansetzen müssen und wo überhaupt unser modernes, individuelles Pferd den größten Benefit aus unserer Arbeit gewinnen kann. Das erklärte Ziel: bei Mensch und Pferd soll mehr Bewegungskompetenz erreicht werden.

 

Erst dann, wenn wir in unserem Körper das finden können, was wir dem Pferd erklären wollen, können wir vom Pferd erwarten, eine Lösung für die von uns gestellten Fragen und Aufgaben zu finden! Erst dann, wenn wir das Pferd so für uns gewonnen haben, dass es sich unsere Vorschläge annehmen mag, sind wir in der Lage, alles das im Pferdekörper aufzulösen , was den Fluss von Bewegung, Lebensfreude, Kraft, Energie verhindert: wir erzeugen Flow, wir machen das Pferd - und uns- schwunghaft.

 

 

 


Kommunikation mit dem Pferd findet in jedem Moment des Zusammenseins statt. Gut, wenn man gezielt miteinander sprechen kann!


Unser Konzept besteht aus drei Modulen, die sowohl einzeln, als auch als Gesamtpaket buchbar sind.

 Veranstaltungsort ist der TanzBau , Steubenstrasse 27 in 33100 Paderborn

Die Wahrnehmung- "Und wenn Ihr`s nicht erfühlet, Ihr werdet`s nicht erjagen" ( Goethe)


Im ersten Teil wollen wir uns der WAHRNEHMUNG widmen, wollen erfahren , ob wir uns selber überhaupt kennen, wie wir uns wahrnehmen und unser Gegenüber sehen. Der Kurs wird sich der Lernpsychologie und der Kommunikation widmen, denn nur der, der kompetent und souverän seinen Standpunkt vertreten kann, kann eine Führungskompetenz entwickeln .

Veranstaltungstermin ist Samstag, der 21. Januar 2017

 

Die Balance " Verweile doch, Du bist so schön" ( Goethe)


Im zweiten Teil widmen wir uns dem Thema BALANCE, die für unseren Partner Pferd als Fluchttier elementar ist, vor allem dann, wenn es geritten werden soll.

Doch wie sieht Balance aus? Was braucht es, um Balance finden zu können- physich und psychisch? Wir wollen uns in diesem Teil mit den Übungen und Ideen der Alten Meister zum Thema Balance beschäftigen und uns darin üben, unseren Körper gezielt und balanciert zu bewegen, um das Pferd nicht zu stören, sondern zu unterstützen.

Veranstaltungstermin ist Samstag, der 4.März 2017

 

Die Bewegung gesund entwickeln- " Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" ( Aristoteles)


Der dritte Teil wird sich dem Thema der ENTWICKLUNG GESUNDER BEWEGUNG widmen. Hier wollen wir sehen, welche Strukturen wie im Körper zusammenhängen, wie der gezielte Einsatz und die bewusste Bewegung Dinge im Körper verändert, so dass Bewegungskompetenz erweitert wird und Körperintelligenz geschult wird.

Veranstaltungstermin ist Samstag, der 1. April 2017

 



UPDATE: Hier gibt es einige Impressionen von unserem FLOWER-Konzept. Es hat allen Teilnehmern sichtlich Spaß und Freude gemacht und eine Wiederholung im nächsten Jahr ist bereits geplant.